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Autor presse
Empfänger Nico, andreas.vanbaaijen, presse
Datum 2010-12-02.14:25:06
Inhalt
Liebe alle,

das finde ich aber nicht so klar. Wollen/müssen wir uns wirklich solche 
Fesseln anlegen? Das von Bodo gebrachte Beispiel von Gewaltbildern von 
Demos finde ich da sehr bedenkenswert. Ich kann mir schon Situationen 
vorstellen, in denen wir es für politisch notwendig halten, solche 
Bilder auf unsere Seite zu stellen - und das dann wegen des 
Jugendschutzes nicht dürfen.

Die Gefahr, dass die Attac-Seiten auf Computern in Kinderzimmern und 
Schulen gesperrt werden, kann ich nicht recht beurteilen. Ist das 
wirklich so üblich? Wenn Kinder unter 12 deshalb nicht auf die 
Attac-Seite kommen, fände ich das nicht so dramatisch. Ich glaube, 
selbst für frühreife Zehnjährige ist die Attac-Seite nicht so spannend. 
Aber wenn das dann in der Konsequenz auch bedeutet, dass die 
Attac-Seiten an Schulen an allen Computern für alle SchülerInnen 
gesperrt werden, fände ich das natürlich schon doof.

Hhmm. Wie sehen das denn die anderen?

Viele Grüße
Frauke

Am 02.12.2010 15:10, schrieb Andreas van Baaijen:
> Danke lieber Bodo für die ausführliche Information.
> Ich bin in jedem Fall dafür, uns als jugendfrei zu klassifizieren!!
> Danke und Grüße
> andreas
>
>
>
> Am 01.12.2010 17:19, schrieb Bodo Pallmer:
>> Liebe Web-Redaktion,
>>
>> der voraussichtlich am 1.1.2011 in Kraft tretende
>> Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) zwingt uns als
>> Webseitenbetreiber dazu, uns mit der Möglichkeit einer
>> Jugendschutzkennzeichnung vertraut zu machen.
>>
>> Wenn wir Inhalte anbieten, die für Kinder unter 12 Jahren
>> problematisch sein könnten, sind wir verpflichtet, eine Kennzeichnung
>> zu machen. Ansonsten droht uns eine Abmahnung.
>>
>> Wenn unsere Inhalte für Kinder unter 12 unproblematisch sind, können
>> wir auch ganz auf eine Kennzeichnung verzichten (wie bisher).
>> Allerdings nehmen wir damit in Kauf, dass strikt eingestellte
>> sogenannte "autonome Jugendschutzprogramme", die von Eltern oder
>> LehrerInnen auf von Kindern genutzten PCs konfiguriert werden, unser
>> Webangebot sperren (weil nicht ab 0 oder ab 6 gekennzeichnet).
>>
>> In Blogger-Kreisen hat die neue Regelung bereits große Wellen
>> geschlagen, die ersten Blogs schließen; mit der Begründung, dass die
>> eigenen Inhalte ohne Experten nicht abmahnungssicher überprüft werden
>> könnten. Nach meiner Einschätzung ist dabei auch viel
>> Prinzipienreiterei im Spiel.
>>
>> Soweit ich bisher informiert bin, ist die Sache, zumal für unser
>> Webangebot, etwas einfacher:
>> Als jugendgefährdend gelten im Wesentlichen pornografische und
>> gewalttätige Bilder. Meines Wissens haben wir keine prügelnden
>> Polizisten oder ähnliches online, auch keine verletzten
>> DemonstrantInnen. Insofern kann es ausreichen, die Web-Admins der
>> Gruppen und AGs zu informieren, dass aufgrund der neuen Regelung keine
>> Fotos, die als gewalttätig eingestuft werden könnten, publiziert
>> werden sollten.
>> Was das Forum angeht, haften wir nicht für "Drittinhalte" (die von
>> BenutzerInnen eingestellten Beiträge), solange wir keine Kenntnis
>> davon haben. Eine Überwachungspflicht besteht nicht.
>>
>> Wir können uns überlegen, ob wir eine Klassifizierung wollen, um dem
>> Risiko zu entgehen, in Schulen und Kinderzimmern von den Bildschirmen
>> zu verschwinden. Ein Zeitdruck, noch im Dezember zu handeln, besteht
>> nicht. Die Möglichkeit der Klassifizierung wird technisch erst Anfang
>> des nächsten Jahres von der "Freiwilligen Selbstkontrolle
>> Multimedia-Diensteanbieter" (FSM) bereitgestellt. (Ob neben der
>> Erfassung des Domainnamens durch die FSM auch eine optische
>> Kennzeichnung erfolgen muss, wird derzeit noch diskutiert.)
>>
>> Ebenfalls Anfang 2011 wird die FSM auch "Klassifizierungssysteme" zur
>> Verfügung stellen, die den Anbietern dabei helfen sollen, die eigenen
>> Inhalte zutreffend zu bewerten. Für private Anwenderinnen soll dieser
>> Dienst kostenlos sein. Ob das auch für gemeinnützige Vereine gilt,
>> wird herauszufinden sein.
>>
>> Viele Grüße,
>> Bodo
>> --
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